Clownin in der Kinderklinik
Einmal in der Woche bringt Tania Klinger mit Clownskoffer, bunten Luftballons und viel Einfühlungsvermögen kleine Patientinnen und Patienten auf der Kinderstation zum Lächeln – alle freuen sich auf den Besuch von Klinikclownin Feodora.
Text: Sabrina Mandel
Fotos: Nick Neufeld

09:31 Uhr – Verwandlung
Ihr Auftrag hat mit den WegGefährten zu tun: „So heißt der Elternverein, der Familien mit krebskranken Kindern unterstützt, er hat uns Klinikclowns engagiert – vor kurzem war mein 20-jähriges Jubiläum.“ Tania Klinger schminkt sich. „Ich male mich nicht so extrem an, die Kinder sollen noch den Menschen erkennen.“ Sie setzt ihre rote Clownsnase auf und schnappt sich das zum Clownskoffer umgewandelte Nähkästchen. Kostümiert verlässt sie das Gebäude der Kindertagesstätten am Rande des Klinikgeländes, wo der Verein seine Räumlichkeiten hat. „Jetzt ist die Clownsenergie da.“
10:00 Uhr – Vorhang auf
Auf ihrem Weg erntet die ulkig anmutende Feodora durchweg positive Resonanz: Männer auf der nahegelegenen Baustelle winken, ein Autofahrer drosselt sein Tempo und grüßt. Am Ziel angekommen, nicken Pflegekräfte von Weitem und schmunzeln, als die Clownin überschwänglich die Arme schwenkt. Mit dem Fahrstuhl geht es auf die Etage der Kinderklinik: „Ich bin auch für die Mitarbeitenden da, schon mein Aussehen sorgt für eine kurze Ablenkung – wie ein kleines Blitzlicht.“


10:07 Uhr – Schnelle Absprache
Auf dem Flur der kinderonkologischen Station bringen Irmgard Schene vom psychosozialen Dienst und Merve Abou Al-Dahab, Gesundheits- und Kinderkrankenschwester, die Klinikclownin auf den tagesaktuellen Stand. Welche Kinder können heute besucht werden? Ist jemand infektiös und es muss Maske getragen werden? Wer schläft gerade?
10:47 Uhr – Im Spielzimmer
Nach anfänglicher Skepsis gluckst und kichert Baby Lea und verfolgt fasziniert jede kleine Bewegung von Feodora. Als die rote Blume, die an der Weste der Clownin befestigt ist, quietschende Töne von sich gibt, ist das kleine Mädchen hellauf begeistert. Lea ist sieben Monate alt und hat einen Großteil ihres jungen Lebens hier auf Station verbracht.


11:18 Uhr – Ein bunter Luftballon
Die 5-jährige Lamis sitzt staunend auf ihrem Bett, als ihr Stoffhund durch die Luft gewirbelt wird und dabei Purzelbäume schlägt. Lachend hilft sie, als die Clownin tollpatschig mit einem Zollstock der Handschlaufe des Luftballons hinterhereilt, der durchs Patientenzimmer schwebt. Lamis‘ Mama lächelt – sie und ihre Tochter werden schon seit vielen Monaten von Feodora besucht.
Tania Klinger: „Es gibt sehr schwere Themen. Klinikclowns sind dazu da, das Leid mal kurz vergessen zu machen – eine sehr schöne Aufgabe.“ Auf dem Weg zum nächsten Patienten klebt sie einem lachenden Mitarbeiter einen kleinen Aufkleber auf sein Namensschild. Das Motiv: Ein Glückskäfer.

Tania Klinger
Wo Klinikclowns im Einsatz sind
- Kliniken für Kinder und Jugendliche
- Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren
- Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
- Kliniken für schwerkranke Erwachsene, zum Beispiel Onkologie
- Intensivstationen
- Palliativstationen und Hospize
- Anschlussheilbehandlungen und Reha
- Psychiatrie-Einrichtungen
- Menschen in besonderen Lebenslagen, zum Beispiel Flüchtlinge oder trauernde Menschen
Quelle: dachverband-clowns.de
Informative Links
Sie möchten mehr über die Klinikclowns von Feuer und Flamme oder den Verein WegGefährten erfahren? Wir haben nützliche Links für Sie.
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