Herr Uhde

Arbeit mit KI

Digitaler Wandel im Klinikum

Künstliche Intelligenz und Automatisierung verändern die Arbeit auch am Klinikum Braunschweig: Christian Uhde, Leiter der neuen Stabsstelle, beschreibt Chancen und Vorteile.

Text: Sabrina Mandel
Fotos: Nick Neufeld

Christian Uhde will durch KI-gestützte Anwendungen das Personal entlasten.

Die Auswirkungen des demografischen Wandels machen sich auch in Krankenhäusern bemerkbar: „Das Personal wird immer knapper, wohingegen die Patientenzahlen weiter ansteigen. Das ist eine Herausforderung“, sagt Christian Uhde, der seit August die neue Stabsstelle künstliche Intelligenz und Automatisierung leitet.

Er erklärt: „Wir Menschen müssen in derselben Zeit immer mehr Aufgaben erledigen. Unser Pflegepersonal hat einen hohen administrativen Aufwand, muss beispielsweise viel dokumentieren.“ Richtig eingesetzt, könne mit künstlicher Intelligenz, kurz KI, eine deutliche Effizienz- und Qualitätssteigerung erreicht werden.

Innovation vorantreiben

Das Hauptanliegen der neuen Stabsstelle ist es, KI-Systeme an den Stellen zu etablieren, wo die Technik das Personal unterstützen kann. Christian Uhde: „Ein Beispiel ist die Verschriftlichung von Arzt-Patienten-Gesprächen. Die KI nimmt die Unterhaltung wörtlich auf, transkribiert alle Inhalte und sortiert sie in verschiedene Rubriken wie Patientengeschichte, derzeitige Beschwerden oder Medikamente. So gehen keine Informationen verloren.“ Auch in der Radiologie wird KI bereits zur Auswertung von Röntgenaufnahmen genutzt. „Das System erkennt Anomalien und Auffälligkeiten“, erklärt Christian Uhde. „Man muss sich bewusst machen: KI ist eine Technologie, sie kann 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche arbeiten, hat keine Aufmerksamkeitsschwankungen und bringt immer dieselbe Leistung. Trotzdem steht am Ende dieses Prozesses immer ein Mensch, der das Ergebnis überprüft. KI kann dabei helfen, seinen Beruf so auszuüben, wie er ursprünglich gedacht war – im medizinischen Kontext bedeutet dies: patientennahe Tätigkeiten durchzuführen, wo die Technik noch nicht so weit ist.“

Im Bereich IT und Medizintechnik teste man derzeit einen spezialisierten Chatbot, der nur mit gesicherten Informationen aus einem eigenen Datenmanagementsystem und einer eigenen Wissensdatenbank arbeitet. Dieses System sei auch für das medizinische Fachpersonal in Planung, um schnell verlässliche und klinikspezifische Antworten für den Berufsalltag zu liefern. Christian Uhde: „In der Notaufnahme könnte man eine KI zur Voraussage der Wartezeiten einsetzen, das gibt es schon, und auch KI-gestützte Aufklärungsvideos mit Avataren sind ein interessantes Thema. Wir schauen, was für uns machbar und sinnvoll ist. Der Erfolg von KI- und Transformationsprozessen kann nur durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten gelingen.“

Christian Uhde

Leitung Stabsstelle künstliche Intelligenz und Automatisierung, Geschäftsbereich IT und Medizintechnik

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