Morbus Hirschsprung

Mein neuer Anfang

Text: Susanna Bauch
Foto: Nick Neufeld

Unser Mika ist ein fröhliches Kita-Kind, man merkt ihm seinen schweren Start ins Leben und seine Erkrankung nicht mehr an. Es ist ein kleines Wunder, aber er hat es geschafft. Mika ist noch ein kleines Kind – und hat bereits etliche Operationen hinter sich. Am 20. Februar 2023 ist unser Sohn in Gifhorn auf die Welt gekommen. Ab dem zweiten Tag haben wir gespürt, dass etwas nicht stimmt. Er hatte einen stark aufgeblähten Bauch. Bei der U2 wurde klar, dass wir damit richtig gelegen hatten: Mika musste verlegt werden – auf die Intensivstation ins Klinikum Braunschweig, wir durften mit. Kinderchirurgin Dr. Esther Lau kam extra aus dem Feierabend zurück in die Klinik, später klärte sie uns mit der Leiterin der Abteilung, PD Dr. Andrea Schmedding, über die Diagnose auf: Morbus Hirschsprung. Dabei entwickeln sich einige der Darmnervenzellen nicht richtig, was den Transport des Stuhlgangs durch den Darm verzögert beziehungsweise verhindert. Wir waren völlig verunsichert, haben uns genau erklären lassen, wie wir mit Mika umgehen sollten, und uns dennoch riesige Sorgen gemacht.

Weitere Operationen für ein normales Leben
Nach vier Wochen mussten wir mit ihm wegen Fieber erneut ins Klinikum: Notoperation und künstlicher Ausgang für unser Baby. Aber die Ärztinnen und das gesamte Team haben uns so viel Zeit, Sicherheit und vor allem Zuversicht gegeben. Im Sommer wurden Mika wegen anhaltender Stuhlgangprobleme 32 Zentimeter des Dickdarms und der Ausgang entfernt, kurz darauf musste er schon wieder in den OP – Diagnose Darmverschluss. Es wurde erneut ein Stoma gesetzt. Im November musste dieser künstliche Ausgang dann aufgrund von chronischen Entzündungen wieder entfernt werden. Zum Bangen fehlte die Zeit, wir waren rund um die Uhr damit beschäftigt, alles richtig zu machen. Auch das hat uns das Klinikteam gezeigt – die anale Pflege bei der Erkrankung ist komplex. Die letzte Operation war ein Erfolg und Mika hat selbstständig Stuhl abgesetzt. Mittlerweile hat er Schwesterchen Ellie bekommen und kann ganz normal leben. Er ist ein rundherum fröhlicher kleiner Junge mit sehr glücklichen Eltern.

Familie Warnig
Familie Warnig

Saskia und Steve Warnig mit Mika und seiner kleinen Schwester Ellie.

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