Beatmungsgeräte, Infusions- und Ernährungspumpen, mobile Monitore, Absaugvorrichtungen, zahlreiche Steckdosen, die sich die gesamte Wand entlangziehen: „Eine Intensivstation erfordert eine aufwendige technische Ausstattung“, erklärt Dagmar Giebel, Abteilungsleitung Liegenschafts- und Gebäudemanagement am Klinikum Braunschweig. Zwar wirken die historischen Bestandsgebäude am Standort Celler Straße äußerlich immer noch beeindruckend, doch die Substanz, die Versorgungsleitungen und die Elektrik entsprechen zum Teil nicht mehr den aktuellen Vorgaben. Genau das traf auf den Trakt zu, in dem die frühere Intensivstation B12 untergebracht war. „Die Zimmer waren außerdem zu klein, die Wege lang und umständlich“, so die Architektin.
Weil ein Modulgebäude am Standort Salzdahlumer Straße bereits 2022 in Einzelteile zerlegt, zwischengelagert und an der Celler Straße wieder zu einem mehrstöckigen Gebäuderiegel zusammengefügt werden sollte, ergab sich eine nachhaltige Nutzungsmöglichkeit: Die Module wurden als erstes und zweites Stockwerk auf einen Erdgeschoss-Neubau gesetzt. Dieser beherbergt nun eine hochmoderne Intensivstation, jetzt mit der Bezeichnung B05. Deren Gesamtfläche beträgt nun 615 Quadratmeter, vorher waren es nur 426 Quadratmeter.

Wenn Schwerkranke in einen anderen Gebäudeteil verlegt werden, geht das Equipment der Intensivstation ebenfalls mit auf die Reise.
Neue Intensivstation: moderne Technik sichert Beatmung
Hier können bis zu zwölf Patientinnen und Patienten untergebracht werden. Die Räume sind großzügig bemessen: Die Einbettzimmer sind 23,5 Quadratmeter groß, die Zweibettzimmer 33 Quadratmeter. Doch es geht nicht nur um mehr Platz. „Die Hygieneanforderungen sind auf einer Intensivstation höher als in anderen Bereichen des Krankenhauses“, erläutert Tobias Meißner, Projektleiter in Giebels Abteilung. Zur Ausstattung gehört darum beispielsweise eine vollmechanische Be- und Entlüftung. Elementar ist auch die Versorgungstechnik mit mehreren Sicherheitsstufen. Fällt das normale Stromnetz aus, wird Notstromdiesel aktiviert. Weil dieser Ersatz jedoch eine Anlaufzeit von 15 Sekunden benötigt, gibt es außerdem eine Batterieanlage, um diese Phase zu überbrücken, so Tobias Meißner.
Das insgesamt 2900 Quadratmeter große Gebäude, in dem die Intensivstation jetzt untergebracht ist, hat 16 Millionen Euro gekostet. Darin enthalten sind im Untergeschoss Räume für die Technik, das neue Erdgeschoss und darüber zwei weitere Etagen aus sanierten Modulen für die Neonatologie und die Frauenklinik. Die Wiederverwendung der Module bedeutet eine Kostenersparnis von 20 Prozent gegenüber einem kompletten Neubau.
Anästhesiologische Intensivstation am Klinikum Braunschweig
Auf der Intensivstation liegen Patientinnen und Patienten der Onkologie, der Geriatrie, manchmal auch frisch Operierte der Frauenklinik nach großen Eingriffen. Dazu kommen langzeitbeatmete Menschen, die wieder lernen sollen, aus eigener Kraft Luft zu schöpfen, denn es handelt sich um eine anästhesiologische Intensivstation. „Das ist mitunter ein zeitintensiver Prozess, mal gelingt die Entwöhnung in nur fünf bis zehn Tagen, es kann aber auch bis zu drei Monate dauern“, erläutert Stationsleitung Andree Hartmann.
Ist jemand auf künstliche Beatmung angewiesen und steht eine Untersuchung an oder, wie in diesem Fall, ein Umzug, kommen mobile Geräte zum Einsatz. Glücklicherweise sind am Standort Celler Straße viele Gebäude miteinander verbunden, auch wurden Durchbrüche geschaffen: Das bedeutet, dass Patientinnen und Patienten nicht durchs Freie transportiert werden mussten. Hartmann schildert, wie die Verlegung funktionierte. „Wir hatten Bettenplätze auf der neuen Station vorbereitet, auch Medikamente und sämtliche anderen Utensilien waren bereits vor Ort. Die Ärzteschaft war zu jedem Zeitpunkt, bei Abgabe, Transport und Ankunft in den neuen Räumlichkeiten persönlich dabei. Außerdem hat jeden Patiententransport die für diese Personen zuständige Pflegefachkraft begleitet.“
In den neuen Räumlichkeiten gibt es mehr Platz, unter anderem auch für vorbereitende Arbeiten. Die Erkrankten profitieren davon ebenfalls, weil es dadurch in den Patientenzimmern ruhiger zugeht. Was Andree Hartmann gefällt, ist die natürliche Helligkeit in den Räumen. „In den Patientenzimmern der alten Station gab es lediglich Oberlichter. Hier kann man auch liegend durch große Fenster nach draußen blicken. Das macht optimistisch und stärkt die Verbindung zum Leben außerhalb des Klinikums

Durchbrüche zwischen den Trakten erleichterten den Umzug, niemand musste durchs Freie.
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