Neues KIS & SAP
Von der Patientenaufnahme bis zur Entlassung: Das Krankenhausinformationssystem (KIS) als digitales Arbeitsinstrument ist im Klinikum Braunschweig unverzichtbar – und wird jetzt von Grund auf modernisiert.
Text: Sabrina Mandel
Foto: Björn Petersen

Plädiert für Erneuerung: Andreas Schneider-Adamek leitet den Geschäftsbereich IT.
„Der gesamte medizinische Behandlungskontext wird im KIS dokumentiert. Es ist das zentrale Werkzeug unseres medizinischen Personals“, erklärt Andreas Schneider-Adamek, Chief Information Officer für den Geschäftsbereich IT und Medizintechnik sowie Projektleiter für die Einführung des neuen Krankenhausinformationssystems. „Wir betreiben mehr als 300 IT-Systeme, die ans KIS gekoppelt sind. Es ist die Hauptschlagader, in der die Patientendaten aufgenommen und dann in andere Systeme weiterverteilt werden.“
Umstellung der kaufmännischen Module
Nun wird diese Hauptschlagader einmal komplett neu ausgerichtet. In einem ersten Schritt werden die IT-Systeme des Finanzwesens, des Controllings und der logistischen Materialwirtschaft in das neue SAP S/4HANA überführt. Diese innovative ERP-Lösung (ERP = Enterprise Resource Planning; Softwaresystem, das Prozesse des Kerngeschäfts steuert und verwaltet) von SAP ermöglicht unter anderem, Geschäftsprozesse in Echtzeit durchzuführen.
Während im alten ERP-System die Daten noch in einem Rechenzentrum im Klinikum selbst gespeichert wurden, bietet SAP S/4HANA eine Cloud-Version, eine internetbasierte Datenbank, die hinsichtlich Zugänglichkeit, Sicherheit, Geschwindigkeit und Kapazität jede Inhouse-Lösung übertrifft. Firas Khelifi, Projektleiter für die Migration von SAP S/4HANA: „Die Testphase ist abgeschlossen, wir werden das neue System im November live schalten.“
KIS-Ausschreibung läuft noch
Der Cloud-Betrieb ist auch für das neue KIS ein wichtiges Kriterium. Derzeit läuft eine öffentliche Ausschreibung. Neben dem Preis der angebotenen KIS-Lösung sind die wirtschaftliche Stabilität und die Referenzen des Bieters zwar wichtige Eckdaten für die schlussendliche Entscheidung, den Zuschlag wird aber die Lösung erhalten, die insgesamt die Ansprüche eines Maximalversorgers erfüllt.
Tim Bude, stellvertretender Projektleiter: „Meine Rolle umfasst die Umsetzung der fachlichen Anforderungen im neuen KIS. Wir holen das Fachpersonal, das täglich mit dem System auf den Stationen arbeitet, mit in den Auswahlprozess. Mittlerweile bewerten knapp 60 Personen aus dem medizinischen Umfeld fachspezifisch die eingereichten Konzepte.“ Andreas Schneider-Adamek ergänzt: „Wir müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Anfang an mitnehmen – es ist ein Änderungsprozess, der uns die nächsten vier Jahre begleiten wird.“
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