Schulleiterin Inja Tofern und Praxiskoordinatorin Karina Widuch

Berufsfachschule Pflege

Pflegeschule ausgezeichnet

Optimale Verbindung von Theorie und Praxis, digitale Lerninhalte, Nutzung von KI für den Unterricht, ein engagiertes Kollegium: Es gibt viele Gründe, warum die Berufsfachschule Pflege des Klinikums Braunschweig ausgezeichnet worden ist.

Text: Prem Lata Gupta
Fotos: Nick Neufeld
Illustrationen: Lars Heppner/MMA, appleuzr/iStockphoto.com

Enge Zusammenarbeit: Schulleiterin Inja Tofern und Praxiskoordinatorin Karina Widuch stimmen Lerninhalte aufeinander ab.

Wer hier eine Ausbildung zur Pflegefachkraft erfolgreich abschließt, wird vom Klinikum Braunschweig bei entsprechender Leistung auf jeden Fall übernommen. Das vermittelt Sicherheit – und ist nur einer von etlichen Pluspunkten, warum das niedersächsische Kultusministerium die Berufsfachschule Pflege als „besonders verlässlichen Betrieb 2025“ ausgezeichnet hat: wegen ihrer „Qualität und Kontinuität in der Ausbildung“. „Eine großartige Bestätigung unserer Arbeit“, freut sich die Schulleiterin Inja Tofern. Dr. Martin Mrugalla, Leiter des Zentrums für pflegerische Bildung am Bildungscampus des Klinikums, bezeichnet die Auszeichnung als „wichtiges Signal“. Es gehe um regionale Verantwortung: „Wir geben Jugendlichen eine Perspektive und sichern die Gesundheitsversorgung vor Ort.“

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Auszubildende sind aktuell an der Schule. Ihre Zahl soll künftig auf 450 steigen.

„Fehler bieten wertvolle Lernchancen“

Aktuell befinden sich an der Schule 350 meist junge Menschen in der Ausbildung zur Pflegefachkraft, perspektivisch soll ihre Zahl auf 450 steigen. Darum präsentiert sie sich auf Berufsbildungsmessen, hat Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter und bietet Infotage für Praktikantinnen und Praktikanten an. Dr. Martin Mrugalla nennt wichtige Alleinstellungsmerkmale der Schule, auf die man sich verlassen kann – als angehende Pflegefachkraft genauso wie als Mitglied des Schulteams. Elementar sei der starke Theorie-Praxis-Transfer: Die Klassen werden jeweils von einem Tandem betreut, nämlich einer Lehrkraft für Theorie und einer Praxisanleitung. Zu den eng verzahnten Lernorten gehöre neben Schule und praktischer Arbeit auch das innovative PflegeLAB. „Dort werden die Auszubildenden gezielt zu verschiedenen Themen geschult“, erläutert Karina Widuch. Sie ist Praxiskoordinatorin und verantwortet die Leitung der praktischen Ausbildung. Sie betont, dass die Aufgabenstellungen das bisher vorhandene Wissen individuell berücksichtigen. Das PflegeLAB sei ein geschützter Raum, der es einerseits ermögliche, auch komplexe Pflegesituationen realistisch nachzustellen. Andererseits „legen wir großen Wert auf eine offene Fehlerkultur – Fehler sind hier ausdrücklich erwünscht, denn sie bieten wertvolle Lernchancen“.

Ebenfalls ein Highlight sind die integrativen Lern-und Ausbildungsstationen am Klinikum Braunschweig: Hier übernehmen Auszubildende eigenverantwortlich Aufgaben des Stationsalltags – von Blutdruckmessen über Medikamentenausgabe bis hin zu Dokumentation. All das eng begleitet durch Praxisanleitende.

Weitere Stärken: Als Schule eines Maximalversorgers profitieren die Auszubildenden von einem breiten Spektrum an praktischen Einsatzmöglichkeiten sowie vielfältigen Perspektiven für eine Weiterbeschäftigung. Die Berufsfachschule Pflege verfügt über eine eigene fest angestellte Sozialarbeiterin: Sie ist Ansprechpartnerin für die Azubis und wirkt unterstützend bei persönlichen Fragen und Herausforderungen. Denn die Schülerschaft besteht aus unterschiedlichen Jahrgängen und Angehörigen vieler Herkunftsländer. „Wir haben etwa 40 Prozent Auszubildende mit der Zweitsprache Deutsch aus mindestens 20 Nationen“, erklärt Schulleiterin Inja Tofern. Ein Vorzeigeprojekt ist die AG Bunte Brücken: Sie hat zum Ziel, Diversität und Demokratieförderung in den Schulalltag zu integrieren.

Unterricht Whiteboard

Bei dem intern veranstalteten Seminar sitzt das Kollegium ausnahmsweise an Schülertischen im Klassenraum.

Attraktiver Arbeitsort für Lehrkräfte

Als Projektschule des Landes Niedersachsen im Rahmen der Initiative N21 sind digitale Anwendungen fest in die Ausbildung integriert, zur Schule gehört eine eigene IT-Mitarbeiterin, die Azubis bekommen Tablets zur Verfügung gestellt, aktuell ist künstliche Intelligenz (KI) ein großes Thema. Inja Tofern: „Wir formulieren Arbeitsaufträge so, dass die Lernenden sowohl unter Nutzung von KI als auch der eigenen Fachexpertise Ergebnisse generieren können.“

Sie forciert als Schulleitung nicht nur einen zukunftsorientierten Unterricht, sondern setzt auf Strahlkraft auch in Hinblick auf zukünftige Kolleginnen und Kollegen. Im sogenannten Digi-Dialog tauschen sich alle Lehrkräfte vierzehntäglich zu Themen im Kontext Digitalisierung aus. Dazu gehören die Nutzung von KI und die elektronische Vermittlung von Unterrichtsinhalten über die Lernplattform Moodle. Neue Mitstreiter sollen sich gern aktiv in die Gestaltung von handlungsorientierten Lernsituationen einbringen. „Wir sind keine Schule von der Stange“, unterstreicht Inja Tofern, „und legen großen Wert auf Unterrichtsqualität.“ An der Berufsfachschule Pflege hätten Lehrkräfte einen großen Gestaltungsspielraum, sowohl im Klassenzimmer als auch für sich selbst. Zu den Angeboten gehören eine Fünf-Tage-Woche im Gleitzeitmodell und dass auch mobil gearbeitet werden kann. Inja Tofern: „Wir haben kein Lehrerzimmer, sondern jeweils eigene Büroarbeitsplätze.“ Spaß an der pädagogischen Arbeit, Teamgeist („wir sind ein kommunikationsfreudiges Völkchen“) – als Schulleitung ist ihr wichtig, dass nicht nur die Azubis viele Möglichkeiten haben, sondern an der Berufsfachschule Pflege des Klinikums Braunschweig auch die Lehrkräfte.

Porträt Frau Tofern

Inja Tofern

Schulleiterin der Pflegefachschule

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