Puls – Das Magazin für Gesundheitsinteressierte | Ausgabe 03/2022

Digitales Patientenportal: App hier Komfort!

Online Termine buchen, Dokumente hochladen, Befunde einsehen oder mit zuständigen Ärztinnen und Ärzten per Video sprechen: Die Zukunft im Klinikum Braunschweig wird digital!

Autorin: Sabrina Mandel

„Wir können heute mit unseren Smartphones Urlaub buchen und Autos kaufen, aber Krankenhäuser sind im Bereich der Kommunikation noch auf dem Stand von vor 30 Jahren“, sagt 
Dr. Raimar Goldschmidt, Chief Digital Officer im Klinikum Braunschweig und Geschäftsführer der Tochtergesellschaft skbs.digital GmbH. Wolf-Christian Varoß, Geschäftsbereichsleiter IT und Medizintechnik, ergänzt: „Wir müssen die Digitalisierung der Prozesse in Krankenhäusern vorantreiben. Ich bin überzeugt davon, dass unser digitales Patientenportal ein wichtiger Baustein auf diesem Weg sein wird.“

Das digitale Patientenportal wird in Form einer App umgesetzt, die Patientinnen und Patienten auf ihr Smartphone herunterladen. Für die Nutzung muss nur ein Account angelegt werden, um beispielsweise seinen Namen, die Anschrift und die Versichertennummer zu hinterlegen. Nach dieser Anmeldung ist die direkte Kommunikation online mit dem Klinikum möglich, so zum Beispiel die Buchung eines Termines, das Hochladen einer Überweisung, die Vereinbarung einer Videosprechstunde und vieles mehr.

Voll gefördert

Das im September 2020 verabschiedete Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) verfolgt unter anderem das Ziel der Digitalisierung und bundesweiten Vernetzung innerhalb des Gesundheitswesens in Deutschland. Für die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen werden vom Bund und den Ländern insgesamt 4,3 Milliarden Euro an Fördersummen bereitgestellt, deren Ausschüttung nach bestimmten Kriterien erfolgt. Die vom Klinikum Braunschweig geplanten digitalen Projekte sind vom Land Niedersachsen vollumfänglich genehmigt worden.

Direkte Kommunikation per App

„Wir können zum Beispiel Aufklärungsbögen vorab aufs Handy schicken – natürlich bei Bedarf mehrsprachig“, erklärt Dr. Goldschmidt. „Vor einem stationären Eingriff sind die meisten sehr aufgeregt und gestresst. Solche administrativen Vorgänge nach Hause zu verlagern, wo man sich wohlfühlt und Informationen zur anstehenden Behandlung in Ruhe lesen und mit Angehörigen besprechen kann, erhöht die Qualität der Aufnahme.“ Auch während des Aufenthalts im Klinikum selbst wird die App etliche Vorteile bieten – beispielsweise eine Navigation durch das Klinikgebäude, die Möglichkeit, Mahlzeiten auszuwählen, Therapiepläne zu erstellen oder unkompliziert Informationen zur Nachsorge zu empfangen. Der analoge Weg werde aber weiterhin offen bleiben. Dr. Goldschmidt: „Wir schließen niemanden aus.“

Förderung erhält das Klinikum Braunschweig zur Umsetzung der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Digitalisierung im großen Stil

Die Digitalisierungsmaßnahmen werden im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes umgesetzt und sind förderfähig. Für das Klinikum Braunschweig übernimmt ein deutschlandweit einzigartiges Konsortium aus den drei spezialisierten Firmen UNITY AG, m.Doc GmbH und TeleTracking GmbH neben der Realisierung des Patientenportals auch die Umsetzung umfassender Lösungen zum Kapazitäts- und Ressourcenmanagement. Dr. Goldschmidt: „Wir haben beispielsweise das System der Firma TeleTracking, bei dem kleine Tracking-Module ihren Standort per Infrarot in Echtzeit an ein Dashboard übermitteln, bereits in einem Pilotprojekt getestet. Diese Technologie bietet uns künftig einen Überblick über alle Bettenkapazitäten und zeigt die aktuelle Bettenverfügbarkeit sowie die Auslastung medinischer Geräte – ein großer Schritt zur Optimierung der Prozesse bei uns im Klinikum.“

Dr. Goldschmidt weiter: „Außerdem gibt es bundesweit noch keine digitale Lösung der Überweisung in eine Reha-Klinik. Da müssen freie Kapazitäten immer noch telefonisch angefragt und die Anmeldung per Fax verschickt werden. Wir werden zeigen, wie ein Klinikum mit Partnern der stationären Nachsorge digital kommunizieren kann. Mit unserem digitalen Entlass- und Überleitungsmanagement werden wir einen Mindeststandard für ganz Deutschland schaffen.“

Dr. Raimar Goldschmidt (links), Chief Digital Officer, und Wolf-Christian Varoß, Geschäftsbereichsleiter IT und Medizintechnik, entwickeln Konzepte für moderne Kommunikation.

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Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung: Vertreter des Klinikums Braunschweig und des Konsortiums aus Unity AG, m.Doc GmbH und TeleTracking GmbH berichten über das Vorzeigeprojekt.

2022-07-07T12:31:37+02:00
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